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  Fotoreportage "Lopuchovo"

Fotoreportage des bekannten ukrainischen Fotografen Aleksandr Glyadyelov, im Auftrag von NeSTU.
Zur Website von Glyadyelov >>>

Lopuchovo, Transkarpatien: Ein Dorf im verborgenen Zentrum Europas
NeSTU ist seit seiner Gründung stark mit dem Oberen Theresiental verbunden. Eine Talschaft lebt seit Jahrhunderten beinahe ausschliesslich von der Waldwirtschaft. Dem Besucher offenbaren sich zwei wesentliche Charakterzüge der einheimischen Bevölkerung: Der ausgeprägte Bezug zu den eigenen Traditionen, die hier von der Sowjetherrschaft nur wenig berührt wurden - und der starke Wille zur eigenständigen Entwicklung, im Bewusstsein des Reichtums des Waldes.

 

Aktuell
NeSTU bietet zehn Aufnahmen von Aleksandr Glyadyelov in Form vom Geschenkkarten (A5 gefaltet), hochwertig gedruckt und gediegen verpackt zum Verkauf an. (inklusive Briefumschläge). Kosten: 25.- Fr. inklusive Versand in der Schweiz.
Bestellungen bei der Geschäftsstelle NeSTU Schweiz
Frau Annemarie Steiner
Schürmatte 2
6204 Sempach
info[at]nestu.org
Tel: 041 460 23 48

 

 

 

Der 65'000 Hektar grosse Forstbezirk von Ust-Tschorna (deutsch "Königsfeld") zählt zu den produktivsten Wäldern Europas. Mehrmals in der jüngeren Geschichte wurde das Gebiet regelrecht geplündert, zuletzt Anfang der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Die Bevölkerung profitiert bisher nur wenig von diesem Reichtum und ein beträchtlicher Anteil lebt in mittelalterlichen Verhältnissen. Der Staatliche Forstdienst als wichtigster Vertreter der Zentralmacht sorgt dafür, dass der Ertrag des geschlagenen Holzes in erster Linie in die Kreisläufe der Schattenwirtschaft gelangt. Die einheimische Bevölkerung versucht mit geringem Erfolg, sich gegen diesen Einfluss zu wehren.

Nun soll die Entwicklung auch in diesem Tal Einzug halten. Die neugegründete Firma FORIA, Tochtergesellschaft der Österreichischen Bundesforste und der Finnischen Metsähallitus, hat Pläne, den gesamten Forstbezirk langfristig zu pachten. Dafür haben sich die Ausländer die Unterstützung einflussreicher Kreise in Kiew gesichert. Die Folgen sind noch nicht absehbar, jedenfalls werden viele Arbeitsplätze verloren gehen und ein Teil der Bevölkerung zur Emigration gezwungen. Das Holz soll nicht im Tal verarbeitet werden, sondern in erster Linie österreichische Grosssägereien mit dem mangelnden Rohstoff versorgen.

Der bekannte ukrainische Fotograf Aleksandr Glyadyelov möchte von der archaischen Dorfgemeinschaft Zeugnis ablegen, die in ihrer Existenz bedroht ist, die aber auch schon frühere Schicksalsschläge überwunden hat. Lopuchovo wurde am Ende des Zweiten Weltkriegs von der abziehenden Wehrmacht völlig niedergebrannt. Zwei verheerende Überschwemmungen von 1998 und 2001 haben viele Menschen um Hab und Gut gebracht. Jedes Mal wurde das Dorf beinahe ausschliesslich aus eigener Kraft wieder aufgebaut.

Aleksandr Glyadyelov ist heute einer der renommiertesten Fotografen Europas und ein profunder Kenner der sozialen Probleme in den Nachfolgerstaaten der ehemaligen Sowjetunion. Im Auftrag von NeSTU hat er seit dem Sommer 2003 mit einer umfangreichen Fotodokumentation des Oberen Theresientals begonnen und sich zu diesem Zweck viele Wochen lang in Lupuchovo aufgehalten. Dieses abgelegene Dorf hat ihn gepackt, und auch wenn seine eigentliche Reportage beendet ist, hat er die Absicht, auch in Zukunft in Lopuchovo zu fotografieren. Die zukünftige Ausstellung wird uns helfen, diese Menschen, die seit Generationen vom und im Wald leben, einem breiteren Publikum in Westeuropa und der Ukraine näher zu bringen.

Veröffentlichung
Die Fotoreportage von Aleksandr Glyadyelov im Oberen Theresiental ist nun abgeschlossen. Eine umfangreiche und eindrückliche Dokumentation ist entstanden. Derzeit bemühen wir uns, die Fotos in Buchform zu veröffentlichen. Der ukrainische Schriftsteller Juri Andruchowytsch ist bereit, dafür einen Textbeitrag zu liefern und war auch schon in Lopuchovo.

NeSTU plant weiter, die zukünftige Fotoausstellung (mindestens 100 Aufnahmen) in erster Linie in Schulen (Mittelschulen, Forstfachschulen...) sowie in Fotogalerien zu zeigen.

Aleksandr Glyadyelov
Biographie

Aleksandr Glyadyelov wurde 1956 als Sohn eines Offiziers der sowjetischen Armee in Legnitz , Polen, geboren . Seit 1974 lebt er in Kiew.

1980 beendete er erfolgreich sein Studium an der Kiewer Polytechnischen Hochschule, Fachrichtung Optik. Mitte der Achtziger Jahre begann er eine selbständige Aubildung zum Photographen, seit 1989 arbeitet er als Freelance-Photoreporter. Glyadyelov unternahm regelmässige Reisen durch die ehemalige Sowjetunion und photographierte in der Ukraine, Russland, Moldova, Kirgistan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Georgien, Aserbaidschan, Lettland, Polen, Tschechien, Frankreich und USA. Er dokumentierte die Kriege in Moldova (wo er verwundet wurde), in Nagorni Karabach und Tschetschenien.

Seit 1996-1997 widmet sich Glyadyelov vorwiegend langfristigen Projekten: Sozial ausgestossene Kinder in der Ukraine, die HIV/Aids-Epidemie unter den Fixern in der Ukraine (das Buch "Here And Now" wurde im Jahr 2000 in Kiew publiziert).

In Zusammenarbeit mit der Organisation Ärzte ohne Grenzen begann Glyadyelov 2001 eine Reportage unter dem Titel "Ohne Maske" über die Tuberkulose-Epidemie in den Gefängnissen Russlands.

Glyadyelov erhielt 1997 den Grand-Prix of Ukrpressphoto, 1998 den Hasselblad Preis am European Photography contest in Vevey (Schweiz) und 2001 die Mother-Jones 2001 Medal of Excellence (USA).

Glyadyelovs Photos wurden von verschiedenen internationalen Organisationen verwendet: Ärzte ohne Grenzen, Weltgesundheitsorganisation WHO, Norvegian Refugee Council, UNAIDS und UNICEF.

     
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