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  Zahnprophylaxe in Rachiw
   

Gesunde Zähne für die Kinder in Rachiw
Seit dem Jahr 2000 werden etwa 3500 Schülerinnen und Schüler im ukrainischen Rachiw kostenlos zahnärztlich versorgt. Und im Bezirksspital der Kleinstadt, die in Transkarpatien am Ufer der Theiss liegt, wurde eine Schulzahnklinik eingerichtet.

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Das kam so...
1995 wurde ich, die Gründerin des Projekts, Patin eines Kindes, das eine ukrainische Freundin von mir geboren hatte. Bei einem Besuch in Rachiw, dem Wohnort meiner Freundin, stellte ich fest, dass das Bezirksspital unter einem grossen Mangel an Einrichtungen und Medikamenten litt. Operationen ohne Narkose – zum Beispiel Kaiserschnitte – waren nicht selten.
Die Idee, die Zahnärzte des Spitals in Rachiw zu unterstützen, ergab sich spontan, als ein mit mir befreundeter Zahnarzt 1997 altershalber seine Praxis auflöste. Er wollte die ganzen, noch gut erhaltenen Einrichtungen entsorgen, und so bat ich ihn, sie stattdessen für Rachiw zur Verfügung zu stellen. Dieser Plan zerschlug sich, aber wenig später ergab sich eine andere Gelegenheit: Das Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (ZZMK) der Universität Zürich rangierte fünf Zahnarzteinheiten aus und vermachte sie auf mein Betreiben dem Spital in Rachiw.
Nach dem engagierten Einsatz einiger Freiwilliger gingen vierzehn Paletten mit den fünf Einheiten inklusive Stühlen, viel weiterem Material und einigen Praxismöbeln an das Bezirksspital Rachiw. Als Dank für das Geschenk, das einwandfrei funktionierte, versprach der damalige Spitaldirektor Dr. Matitshin, die Schulkinder fortan kostenlos zu behandeln. Für das ZZMK wurde ein Bericht mit Fotos verfasst.

1999 ersetzte das ZZMK nochmals drei Zahnarzt-Einheiten durch modernere Versionen und fragte mich an, ob das Spital Rachiw die ausrangierten Einrichtungen brauchen könne. Es konnte. Dank der guten Ausrüstung war das Spital in der Lage, eigens eine Schulzahnklinik zu eröffnen. Zwei Einheiten wurden in externe Ambulatorien des Spitals gebracht.
Im November 2005 funktionierten immer noch alle Einheiten bestens.

Die Bande zwischen Rachiw und Zürich werden enger
Von 2000 bis 2004 betreuten die Zahnärztinnen Maria Hoshtshuk und Lyubov Petrik sowie der Zahntechniker Mykola Rusnak die Kinder. Seit März 2005 ist Dr. med. dent. Kiver allein für das Projekt zuständig.
2002 lud das ZZMK Frau Hoshtshuk und Herrn Rusnak für zwei Wochen nach Zürich ein und bot ihnen dabei eine kleine Weiterbildung an. Im Jahr 2004 kamen Frau Petrik und Herr Rusnak für zwei Wochen. Während die beiden Zahnärztinnen vor allem in der Behandlung von Kindern, Säuglingen, Kleinkindern und behinderten Kindern instruiert wurden, erhielt Mykola Rusnak einen Einblick in den Bereich der modernen Prothetik und der neuesten Spezialmaterialien. Die Kenntnisse, die sich die drei bei diesen Gelegenheiten erworben haben, kommen heute auch der allgemeinen Zahnklinik des Bezirksspitals Rachiw zugute.

Ein erfolgreiches Prophylaxe-Programm

In der ersten Woche wurde der Besuch aus Rachiw von seinen Gastgebern am ZZMK über die Bedeutung der frühzeitigen Prophylaxe und ein erfolgreiches Sensibilisierungsprogramm informiert.
In den 1970er-Jahren hatte Professor Saxer den Wöchnerinnen am Zürcher Universitätsspital jeweils einen 20-minütigen Vortrag über Ernährung, Zahnschäden und die richtige Zahnpflege bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern gehalten. Mit Erfolg: Fünf Jahre danach konnte man feststellen, dass die Kinder dieser Frauen 80 Prozent weniger Karies hatten als andere Kinder.
So kam 2004 auch in Rachiw ein Prophylaxe-Projekt ins Rollen, mit dem die Zahnklinik dem weit verbreiteten Kariesproblem den Kampf ansagte. Das Schweizer Vorbild wurde dafür einfach den örtlichen Gegebenheiten angepasst. Seither halten die Zahnärztinnen des Bezirksspitals von Rachiw jede Woche vor den werdenden Müttern einen Vortrag und stellen es ihnen frei, sich am Prophylaxe-Projekt zu beteiligen oder nicht. Falls sie sich beteiligen, erhalten alle Angehörigen ihrer Familie Zahnbürsten. Bedingung ist, dass die Mütter die Kinder in mehrmonatigen Abständen zur Kontrolle bringen. Hin und wieder geht eine der drei Zahnärztinnen bei jemandem zuhause vorbei.
Das Bezirksspital plant, nach fünf Jahren eine Vergleichsstudie bzw. eine Erfolgsanalyse zu machen.
Christiane Rapin, Zürich E-Mail

     
 
 
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